Der Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf Landesebene. Als einer von wenigen selbstverwalteten Jugendverbänden ist er zudem Sprachrohr für die Perspektive junger Menschen. Im Folgenden finden Sie Pressemeldungen unseres Vorstands.
Pressemitteilung zur Mitgliederversammlung 2/2026
Stuttgart, 26.10.2026
Satzungsreform beschlossen: Dachverband stellt Weichen für dessen zukünftige Entwicklung
Mitgliederversammlung beschließt umfassende Anpassungen von Satzung und Finanzordnung an aktuelle Herausforderungen
Im Rahmen der Mitgliederversammlung hat der Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. eine umfassende Überarbeitung seiner Satzung und Finanzordnung beschlossen. Ziel der Reform ist es, die Strukturen des Verbands an die gewachsene Vielfalt kommunaler Jugendvertretungen anzupassen, demokratische Verfahren zu präzisieren und die Handlungsfähigkeit des Dachverbands langfristig zu stärken.
Jugendgemeinderäte und Kreisjugendräte gemeinsam vertreten
Ein zentraler Bestandteil der Reform ist die stärkere Einbindung von Kreisjugendräten in die Verbandsarbeit. Künftig versteht sich der Dachverband ausdrücklich als politische Vertretung sowohl der Jugendgemeinderäte als auch der Kreisjugendräte in Baden-Württemberg. Gleichzeitig wurden die Förderung institutionalisierter Jugendbeteiligung, die Unterstützung von Neugründungen sowie die Vernetzung von Jugendvertretungen innerhalb Baden-Württembergs und darüber hinaus als zentrale Aufgaben des Verbands weiter konkretisiert.
Neue Mitgliedschaftsformen und klarere Beteiligungsrechte
Mit der Satzungsreform wurden die Mitgliedschaftsformen des Dachverbands erstmals grundlegend neu strukturiert. Während die bisherige Satzung lediglich zwischen Körperschaften und natürlichen Personen unterschied, werden künftig die verschiedenen Formen der Beteiligung differenzierter abgebildet. Unterschieden wird nun zwischen Gremienmitgliedern, Personenmitgliedern, Fördermitgliedern und Alumni. Dadurch werden die unterschiedlichen Rollen innerhalb des Verbands klarer definiert und den jeweiligen Formen des Engagements entsprechende Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten zugeordnet.
Besondere Bedeutung kommt dabei den demokratisch legitimierten Jugendvertretungen zu. Jugendgemeinderäte und Kreisjugendräte werden in der neuen Satzung ausdrücklich als zentrale Mitglieder des Dachverbands benannt. Gleichzeitig wurde die Stimmrechtsregelung angepasst, um die demokratische Legitimation gewählter Jugendvertretungen stärker zu berücksichtigen. Künftig verfügen Gremienmitglieder über zwei Stimmen, während Personenmitglieder eine Stimme besitzen. Ziel dieser Änderung ist es, die gewählten Jugendvertretungen als unmittelbare Repräsentant*innen junger Menschen in den Kommunen stärker im Verhältnis und in verbandsweite Entscheidungsprozesse einzubinden.
Darüber hinaus wurde das Stimmrecht natürlicher Personen an den Leitgedanken des Verbands gekoppelt. Personenmitglieder behalten ihr Stimmrecht künftig bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Auch nach Erreichen dieser Altersgrenze bleibt eine Mitgliedschaft im Dachverband weiterhin möglich, jedoch ohne Stimmrecht. Damit soll sichergestellt werden, dass die demokratischen Entscheidungen des Verbands weiterhin maßgeblich von jungen Menschen und aktiven Jugendvertretungen getragen werden, während gleichzeitig die Erfahrung und Unterstützung älterer Mitglieder dem Verband erhalten bleibt.
Für ehemalige Engagierte und Unterstützende wurden zudem die Mitgliedschaftsformen der Alumni- und Fördermitgliedschaft konkretisiert. Diese können den Dachverband weiterhin begleiten, ihr Wissen einbringen und die Verbandsarbeit unterstützen, ohne direkt in die demokratischen Entscheidungsprozesse einzugreifen. Die Neuregelung verfolgt damit das Ziel, einerseits eine breite Beteiligung zu ermöglichen und andererseits die demokratische Legitimation der aktiven Jugendvertretungen innerhalb des Verbands zu stärken.
Moderne und digitale Verbandsarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt der Reform ist die Anpassung an moderne Kommunikations- und Arbeitsformen. Zahlreiche Verfahren werden künftig in Textform möglich sein. Gleichzeitig schafft die neue Satzung die Voraussetzungen für virtuelle und hybride Mitgliederversammlungen. Dadurch sollen Beteiligungsmöglichkeiten sowie die Mitwirkung von Jugendvertretungen aus allen Teilen Baden-Württembergs erleichtert werden.
Schutz von Demokratie und respektvollem Miteinander
Besonders umfangreich wurden die Regelungen zum Ausschluss von Mitgliedern neu gefasst. Die Satzung definiert nun konkrete Verfahrensschritte und Voraussetzungen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Verstöße gegen demokratische Grundwerte, Handlungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung sowie schwerwiegende Verstöße gegen die Grundsätze eines respektvollen Miteinanders. Gleichzeitig wurden umfassende Beteiligungs- und Berufungsmöglichkeiten verankert, um Transparenz und Verfahrenssicherheit zu gewährleisten.
Neue Struktur für eine wachsende Organisation und Verantwortung
Mit der Reform werden auch die Leitungs- und Organisationsstrukturen des Verbands weiterentwickelt. Aus dem bisherigen Vorstand wird ein dreiköpfiger Vorsitz mit den Zuständigkeitsbereichen Interne Angelegenheiten, Externe Angelegenheiten und Finanzen. Die neue Struktur soll Verantwortlichkeiten transparenter machen und das wachsende Arbeitsaufkommen auf mehr Schultern verteilen.
Demokratie und Verantwortung im Amt stärken
Neu eingeführt wird außerdem die Verankerung eines Amtseids für gewählte Vorstandsmitglieder. Damit soll die besondere Verantwortung gegenüber den Mitgliedern, den Zielen des Verbands sowie den demokratischen Grundwerten ausdrücklich hervorgehoben werden. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt über eine ergänzende Vereinsordnung.
Anpassungen der Finanzordnung
Parallel zur Satzungsreform wurde auch die Finanzordnung überarbeitet. Neben einer Anpassung an die neuen Mitgliedschaftsformen wurden Regelungen zu Mitgliedsbeiträgen, Ermäßigungen, Nachweisfristen sowie zur Kassenführung präzisiert. Ziel ist eine zeitgemäße und transparente Verwaltung der finanziellen Angelegenheiten des Verbands.
Verband für die Zukunft aufstellen
Mit der beschlossenen Reform reagiert der Dachverband auf die Weiterentwicklung der Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg und die wachsende Vielfalt seiner Mitgliedsstrukturen. Die neuen Regelungen sollen den Verband organisatorisch stärken, demokratische Beteiligung fördern und die Grundlage für eine erfolgreiche Interessenvertretung junger Menschen in den kommenden Jahren schaffen.
Pressemitteilung zum Dachverbandstreffen 2/2026
Stuttgart, 26.10.2026
Demokratie beginnt im eigenen Verband: Jugendliche gestalten den Dachverband aktiv mit
Halbjährliches Dachverbandstreffen des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte Baden-Württembergs
Demokratie lebt vom Mitwirken. Wie junge Menschen politische Beteiligung aktiv gestalten, weiterentwickeln und ihre Interessen auf Kommunal- und Landesebene einbringen können, steht im Mittelpunkt des letzten Dachverbandstreffens des Dachverbands der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg (DVJGR BW). Vom 23. bis 25. Oktober 2026 kamen Vertreter*innen von Jugendgemeinderäten und Kreisjugendräten aus ganz Baden-Württemberg in Stuttgart-Bad Cannstatt zusammen.
Das Treffen bildet zugleich das erste Dachverbandstreffen unter der Leitung der neugewählten Vorsitzenden Iva Rigotti und Noah Hermanns. Gemeinsam mit den Mitgliedsgremien wollen sie Impulse für die zukünftige Arbeit des Dachverbands setzen, den Austausch zwischen den Jugendgemeinderäten sowie Kreisjugendräten stärken und zentrale Fragen der Jugendbeteiligung diskutieren.
Einblicke zum Auftakt
Bereits zum Auftakt erwartet die Teilnehmenden ein besonderer Programmpunkt: Bei einer Führung über die Baustelle von Stuttgart 21 erhalten sie exklusive Einblicke in eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Neben technischen und politischen Hintergründen stehen dabei auch Fragen kommunaler Entwicklung und Bürgerbeteiligung im Fokus. Der Abend lieferte anschließend Raum für Begegnung und Vernetzung bei einem gemeinsamen kreativen Programm.
Der Samstag steht ganz im Zeichen der Verbandsarbeit, politischen Bildung und Mitgestaltung. Nach einem Kennenlernen der Teilnehmenden stellten die externe Vorsitzende Iva Rigotti und Pressesprecherin Selin Akin die Arbeit des Dachverbands vor. Dabei geht es um das Leitbild, die Mission und die Werte des Verbands sowie um dessen zentrale Aufgaben. Dazu zählen die Organisation der halbjährlichen Dachverbandstreffen, die Vernetzung der Mitgliedsgremien, die Beratung bestehender und neu gegründeter Jugendvertretungen sowie die Durchführung von Workshops und Qualifizierungsangeboten. Zudem wurde das Schutzkonzept des Dachverbands vorgestellt, dessen kontinuierliche Weiterentwicklung gemeinsam mit den Mitgliedern dieses Wochenende erfolgen soll.
Zwischen Sichtbarkeit und Satzungsarbeit
In anschließenden Parallelworkshops beschäftigten sich die Teilnehmenden einerseits mit der Konzeption und Produktion von Social-Media-Inhalten durch den externen Vorstand, die sowohl die Öffentlichkeitsarbeit des Dachverbands als auch die Arbeit der lokalen Jugendgremien stärken sollen. Parallel dazu fand ein Workshop zur geplanten Satzungsänderung statt. Die dort erarbeiteten Ergebnisse fließen direkt in die Mitgliederversammlung am Nachmittag ein, bei der über die Weiterentwicklung der Verbandssatzung sowie weitere Anträge und Diskussionspunkte beraten und abgestimmt wird.
Von der Kommune in den Landkreis: Jugendbeteiligung weiterdenken
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Jugendbeteiligung auch auf Landkreisebene gestärkt werden kann. Im Workshop zur Kreispolitik geben der interne Vorsitzende und Kreisjugendrat Noah Hermanns sowie Leonard Schmidt, Beirat für Organisatorisches, praktische Einblicke in die Arbeit von Kreisjugendräten und zeigten auf, welche Schritte notwendig sind, um entsprechende Beteiligungsstrukturen erfolgreich aufzubauen und weiterzuentwickeln. Neben organisatorischen und politischen Grundlagen erarbeiteten die Teilnehmenden dabei auch ganz konkret, wie sie sich in die Kreispolitik einbringen können. Wie werden Kreistagssitzungen gefunden und vorbereitet? Wie können Anträge, Stellungnahmen oder Forderungen eingebracht werden? Und welche Strategien helfen dabei, politische Entscheidungsträger*innen für die Anliegen junger Menschen zu gewinnen?
Anhand praktischer Beispiele und Erfahrungsberichte erhalten die Mitglieder das notwendige Handwerkszeug, um politische Prozesse auf Landkreisebene besser zu verstehen und eigene Beteiligungsinitiativen vor Ort anzustoßen. Ziel des Workshops ist es, junge Menschen zu befähigen, ihre Interessen wirksam zu vertreten und die Jugendbeteiligung über die kommunale Ebene hinaus nachhaltig zu stärken. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil viele jugendrelevante Herausforderungen, etwa im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs, nicht an kommunalen Grenzen enden und daher häufig nur durch gemeinde- und kreisübergreifende Zusammenarbeit wirksam bearbeitet werden können.
Der Samstagabend wurde anschließend durch eine Stadtrallye des Jugendrats Stuttgart abgerundet, die den Teilnehmenden die Landeshauptstadt aus der Perspektive junger Engagierter näherbringt.
Mitwirkung statt Zuschauen: Demokratie beginnt im eigenen Verband
Auch am letzten Veranstaltungstag steht die aktive Mitwirkung der Mitgliedsgremien im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden arbeiteten nicht nur an konkreten Projekten, sondern gestalteten auch zentrale Grundlagen der zukünftigen Verbandsarbeit gemeinsam weiter.
Im ersten Workshop lag der Fokus auf der Weiterentwicklung eines sicheren Verbandsumfelds. Gemeinsam erarbeiten die Mitglieder Inhalte für eine sogenannte Awareness-Tasche und diskutieren, welche Materialien, Unterstützungsangebote und Hilfsmittel dazu beitragen können, dass sich alle Teilnehmenden bei Veranstaltungen des Dachverbands wohl und sicher fühlen. Die Ergebnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Schutz- und Awarenesskonzepts ein und sollen die Verbandsarbeit langfristig stärken.
Parallel dazu findet ein Workshop zur Entwicklung einer landesweiten Modellsatzung statt. Unter fachlicher Begleitung vom Vorsitzenden der Finanzen, Manuel Bernlöhr, analysierten die Teilnehmenden bestehende Satzungen ihrer Jugendgremien, diskutieren bewährte Regelungen und identifizieren Verbesserungsmöglichkeiten. Ziel ist die Erarbeitung einer praxisnahen Orientierungshilfe für neu gegründete Jugendgemeinderäte, Kreisjugendräte und andere kommunale Jugendvertretungen in Baden-Württemberg. Das Arbeitsergebnis wird in Kürze in der verbandseigenen Wissensdatenbank auf der Homepage veröffentlicht und steht dort künftig allen Interessierten zur Verfügung.
Damit endet ein Wochenende, das ganz im Zeichen von Mitwirkung, Vernetzung und gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft der Jugendbeteiligung stand.
„Jugendgemeinderäte bieten jungen Menschen die Möglichkeit, Demokratie nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten. Das Dachverbandstreffen schuf den Raum, voneinander zu lernen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg nachhaltig zu stärken“, betonen die Vorsitzenden Iva Rigotti und Noah Hermanns.
Mit dem Dachverbandstreffen setzt der Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg erneut ein deutliches Zeichen für Mitbestimmung, Vernetzung und eine starke Stimme junger Menschen in Politik und Gesellschaft.
Was ist der Dachverband der JGR BW?
Der Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. ist ein Verband, welcher die politischen Interessen, Anliegen und Forderungen der Jugendbeteiligungs-gremien in Baden-Württemberg dem Land gegenüber vertritt. Zudem bietet der Verband in Seminaren und Workshops Fortbildungsseminare für junge Gremienmitglieder an und fördert die landesweite Vernetzung.
7. Schutz des Ehrenamts und politischen Engagements
Viele junge Menschen engagieren sich bereits in Ehrenämtern oder politischen Ämtern. Dieses Engagement darf nicht durch einen verpflichtenden Dienst beschnitten werden. Regelungen könnten eine Freistellung, flexiblere Ausbildungszeiten oder die Anrechnung des politischen Engagements an die Wehrdienstzeit vorsehen.
Kontakt
Pressesprecherin Selin Akin
selin.akin@jugendgemeinderat.de
+49 172 2386372
Vorsitz:
Intern Noah Hermanns
noah.hermanns@jugendgemeinderat.de
+49 1511 4824394
Extern Iva Rigotti
iva.rigotti@jugendgemeinderat.de
+49 177 8534451
Geschäftsstelle Dachverband der Jugendgemeinderäte BW
Schloßstraße 23, 74372 Sersheim
+49 1515 33 017 84
Social-Media und mehr Instagram: @dachverband_der_jgr_bw
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